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Gemeinsame Pädagogenausbildung

Die GEW fordert eine gemeinsame Ausbildung aller Pädagoginnen und Pädagogen (Erzieherinnen, Sozialarbeiter/innen, Sozialpädagog/innen, Lehrer/innen) an Hochschulen.

Vielen wird der Zeitpunkt als schlecht gewählt vorkommen. Schließlich wird derzeit in allen Bundesländern die Lehrerausbildung strukturell neu geordnet (Bachelor- und Masterstudiengänge). Die Kultusministerkonferenz
(KMK) hat sich zudem erst 2004 auf Standards für die Lehrerbildung verständigt.

Auch wenn die KMK wenig begeistert über weitere Diskussionen sein dürfte – die Diskussion über eine gemeinsame Pädagogenausbildung ist bildungspolitisch bedeutsam und längst überfällig. Der Gewerkschaftstag der GEW 2005 hat deshalb beschlossen, ein Konzept für eine gemeinsame Ausbildung von Pädagogen und Pädagoginnen zu entwickeln.

Die Debatten der letzten Jahre und viele Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung haben belegt, dass Bildung, Erziehung und Betreuung von jungen Menschen als Einheit betrachtet werden muss und nicht altersspezifisch abgestuft werden kann wie es derzeit geschieht. Dies erfordert die einheitliche Ausbildung aller, die im Bereich Bildung, Erziehung und Betreuung arbeiten. Erste positive Erfahrungen werden zurzeit in einigen europäischen Ländern gesammelt.

Die Forderung nach einer wissenschaftlichen Ausbildung von PädagogInnen an einer Hochschule wird erst seit jüngerer Zeit erhoben. Inzwischen bieten aber die ersten Fachhochschulen und Universitäten Studiengänge für ErzieherInnen an.

GEW-Workshop 2006

Den ersten konkreten Schritt in Richtung einer gemeinsamen Pädagogenausbildung hat die GEW bereits auf einem GEW-Workshop im März 2006 getan. Eine gemeinsame Tagung von Hochschullehrer/innen, Lehrer/innen und Erzieherinnen mit dem Ziel, eine einheitliche Ausbildung von Pädagogen zu entwerfen, war auch für die Bildungsgewerkschaft GEW eine außerordentliche Herausforderung. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Ausbildung wurde nicht mehr strittig behandelt. Die Ausführungen von Prof. Dr. Werner Thole haben bei den Teilnehmern allerdings die Erkenntnis bestärkt, dass Grundsatzdiskussionen nicht ausreichen, sondern dass viele methodische, strukturelle bzw. strategische Überlegungen notwendig sind. Man braucht eine „Vorstellung“ von einer gemeinsamen Ausbildung.

Mit dem Workshop war ein bedeutender Anfang gemacht – viele Stolpersteine werden aber noch aus dem Weg zu räumen sein! Mit einer Broschüre wollen wir die Ergebnisse des Workshops einer breiteren Fachöffentlichkeit bekannt machen und zu weiteren inner- und außergewerkschaftlichen Diskussionen anregen.


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